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Seite zuletzt aktualisiert
02.04.2023

Ankunft

Yuki-the-Dog ist seit sechs Monaten tot. Ein neuer Hund musste her. Nicht von mir aus, aber Oana braucht einer.

Wir haben überlegt, wie wir das angehen. Hunde leben lange. Wir möglicherweise nicht mehr, mindestens nicht in einer Fassung, die ermöglicht, dass Oana sich um ihr Hund kümmern kann. Also am besten keine Hündchen vom Züchter, der erstmal erzogen und aufgezogen werden muss, und dann noch ein Duzend Jahre oder mehr bei uns ist. Und keiner dicke Hund wie Yuki, der 50 Kilo auf der Waage brachte, und den Oana schon Schwierigkeiten hatte, an der Leine zu halten, wenn er nicht wollte.

Also haben wir überlegt, ein schon erwachsener Hund vom Tierheim wäre eine bessere Idee. Damit wird einen Hund gerettet, wir müssen uns nicht um die ersten Hundejahren kümmern, und der wird vermutlich nicht länger bei uns sein, als wir ihn betreuen können.

Es stellte sich aber als nicht so einfach aus, als wir dachten (d.h. als Oana dachten - in Sache Hunden danke ich wenig, und wenn ich denke, ist es besser, meine Gedanken für mich zu behalten). Im Gegensatz zu Züchtern, die Geld verdienen müssen, stellen die Tierheime meistens den Wohl der Tiere im Vordergrund, und überlegen genau, ob ein Hund zu einem bestimmten Besitzer passen würde.

Als erstes kann man ins Internet gucken: wir fanden mehrere Tierheime, die Hunde abzugeben hatten. Das erste, das Oana angesprochen hat, wollte überhaupt nicht - es liegt in der Bretagne, und wäre nur bereit, Hunde in der Umgebung abzugeben. Sonst könnte man nicht kontrollieren, was daraus wurde.

Dann haben wir ein Heim in unserer Nähe gefunden. Die hatten eine Liste verfügbarer Hunde. Als erstes müssten wir (musste Oana) eine Formular ausfüllen: wie alt waren wir? (alt). Hatten wir einen Garten? (ja). Wie groß? (Groß genug). Wie oft und wie lange würden wir den Hund täglich ausführen? (Antwort nach besten Gewissen, aber nicht ganz wahr). Eine ist tatsächlich vorbeigekommen, um zu gucken, ob die Angaben stimmten. (Das über der Ausführzeiten konnten die natürlich nicht prüfen).

Dann durfte man ein Hund auswählen. Dann haben sie gesagt: "passt nicht". Ich habe mich nicht eingemischt, aber normalerweise hatten die Recht. Dann haben die gesagt: "Olaf wäre der richtige". Und Olaf ist zu uns gekommen.

Er ist schon fünf Jahre alt, und war im Hundeheim gelandet, nachdem sein früheren Besitzer ihn verstoßen hatte. Er sollte ein Jagdhund sein, hat sich aber geweigert, auf dem Jagt zu gehen. Dafür wurde er, sozusagen, fristlos gekündigt und ausgesetzt. Ob sein Verhalten an Faulheit oder Gewissen liegt, kann ich nicht sagen, obwohl er scheint nicht besonders faul zu sein. Ein Hund, der andere Wesen nicht stören will, ist mir natürlich sympathisch. Leider scheint er Katzen nicht als geschützte Wesen anzuerkennen.

Im Vergleich zu Oanas früheren Hunden ist er klein und auch nicht dick: ein 20-Kilo-Hund, der leicht zu handhaben sein sollte (davon mehr später). Genau zur welchen Rasse er gehört ist schwer zu sagen - mindestens für mich, der Hunde in ungefähr drei Klassen teilen kann: Schäferhunde, Mini-Hunde, und Sonstige. Er gehört auf jeden Fall zu Sonstigen.

Es gibt auch eine Bildergalerie von ihn, die ich über der Zeit erweitern werde.

Er hat sich schnell eingelebt, und seine eigene Ecke gefunden - das Angebot an Hundekörbe, Hundedecken, usw. ignoriert er, und wählte stattdessen eine Ecke des Sofas.

Tracking den Hund

Der ist kein Jagdhund, hat aber eine große Neugier. Frühere Hunde waren damit zufrieden, einmal am Tag einen (begleiteten) Spaziergang zu machen. Dieser will bei jeder Gelegenheit die Umgebung erkunden. Findet er ein Loch im Gartenzaun, ist er weg. Er kommt wieder - offensichtlich gefällt es ihm hier, aber erstmal ist er weg. Die Löcher sind jetzt, so viel ich weiß, alle gestopft, aber für alle Fälle trägt er jetzt ein Tracker auf seinem Halsband - ein Art Hunde-Handy mit GPS.

Mit einer App auf dem Mensch-Handy können wir dann auf einer Karte gucken, wo er gerade ist. Außerdem kriegen wir einem Alarm "Olaf hat die Sicherheitszone verlassen", wenn er dem Garten verlässt. Es hat auch eine Pager-Funktion: von Handy aus kann ich ihm anrufen: dann piepst es bei ihm, und, erstaunlicherweise, versteht er das als "Bitte komm zurück", was er tatsächlich tut. Ich muss ihm ca. jede 3. Tag aufladen, aber sonst funktioniert das Ding problemlos.

Für die, die es interessiert, wird der Tracker hier beschrieben und verkauft. Nein, ich wurde für die Werbung nicht bezahlt, und kann auch nicht sagen, ob er in anderen Gegenden / unter anderen Umständen auch so funktioniert. Aber dieser Hund hält er im Auge.

Spaziergänge

Es gibt in unserem Haushalt zwei unterschiedliche Meinungen zum Hundeausführen:

Oana ist der Meinung, er soll Geduldig an der Leine neben ihr laufen. Was er natürlich nicht tut. Geduldig ist er nicht, und neben ihr läuft er auch nicht. Er zieht so weit er kann nach vorne, und versucht mit seinen 20 Kilo den Kurs zu bestimmen.

Ich dagegen folge das biblische Prinzip: "Lass dein Hund über das Wasser (bzw. unter dem Gebüsche) fahren; denn du wirst ihm finden nach langer Zeit".

In Detail: wir gehen ins Wald, ich lass ihm los, und er startet ins Unterholz wie eine Rakete. Ich schaue auf meine Tracker, und bis er lokalisiert ist, ist er schon einen halben Kilometer weg, und wahrscheinlich 50 Meter unterhalb oder oberhalb den Punkt, wo ich gerade stehe. Das scheint ihm alles nichts auszumachen. Nach einen menschlichen Spaziergang von 7 Km hat er wahrscheinlich 25 Km zurückgelegt. Und er ist am Ende nicht weniger frisch als am Anfang. Er ist natürlich fürs Schnellfahren ausgelegt. Die Beine sind überlang, Körper leicht, keine dicke Fell. Wenn man ihn stehend betrachtet (wie rechts), ist der Einsatzgebiet klar.

Hunde-Kraft im Verkehr

Dieser Hund mag Laufen. Er wird von seinem morgendlichen Spaziergang nie müde. Um ih etwas mehr Bewegung zu ermöglichen, habe ich eine alte Fahrrad-Hunderführung ausgegraben. Ich hatte diese mal für einen frühere Hund angeschafft, hatte aber nie Erfolg damit, und habe es dann irgendwann im Schrank gestellt und vergessen. Oral ist davon begeistert. Ich muss ihn nur anschließen, und weg sind wir. Solange die Straße nicht bergauf geht, brauche ich mich darauf zu konzentrieren, wagerecht zu bleiben. Der Antrieb wird vom Hunde geliefert.

Wir rollen durch Pignans mit normalen Fahrrad Geschwindigkeit. Wenn wir einmal aus dem Dorf sind, lasse ich ihn los und wir rennen gegen einander. Ich lasse ihn gewinnen.

Er ist so sehr damit beschäftigt, vor mir zu bleiben, dass er keine Zeit findet, um sich mit anderen Hunden zu unterhalten oder die Gerüche der Straße zu genießen. Er findet sogar keine Zeit, sein Weg zu markieren.

Wir fahren normalerweise eine Rundfahrt von ca. 8 Km ab, was eine halbe Stunde dauert. Wenn ich müde werde, brauche ich nur den Antrieb wieder anzubinden, und weiter mit 1 Hs (Hundestärke) Unterstützung zu fahren.

Das Bild wurde am Ende eine Rundfahrt aufgenommen. Deswegen steht ermehr oder weniger still und zieht nicht in Richtung Tor.